Verlage bilden als Produktionsstätten für Literatur eine zentrale Säule des Bildungswesens, denn Bücher stellen im Allgemeinen die Grundlage im Unterricht dar. Schon Kleinkinder lernen mit Büchern, wobei es sich dann eher um Bilderbücher handelt, die die lieben Kleinen beispielsweise mit Farben und Formen vertraut macht. Mit der Einschulung beginnt dann die Zeit der Schulbücher, die im Unterricht bearbeitet werden. Während der gesamten Schulzeit sowie während der Ausbildung oder des Studiums müssen Lernende ebenfalls immer wieder Bücher zur Hand nehmen. Bildung und Bücher sind demnach untrennbar miteinander verbunden, was viele Verlage in besonderem Maße berücksichtigen. Es existieren einige Verlagshäuser in Deutschland, die sich als Bildungsverlage positioniert haben und folglich auf Lernmittel und Fachbücher konzentrieren.

Im Verlagswesen gibt es zahlreiche Spezialisten, während andere Häuser auf eine möglichst breit gefächerte Bandbreite setzen. Einige führende Verlage offerieren demnach Belletristik und andere Unterhaltungsliteratur neben Fachliteratur, während andere Verlage konkrete Schwerpunkte im Bereich Bildung setzen.

Was ist ein Schulbuchverlag?

Spezielle Verlage für Bildungsmedien treten in vielen Fällen als Schulbuchverlage in Erscheinung und sind somit Experten auf dem Gebiet der Schulbücher. Allein in der Bundesrepublik Deutschland existieren zahlreiche Schulbuchverlage, die für die große Auswahl an Schulbüchern sorgen. Hierzulande ist das Schulwesen Ländersache, so dass die Maßgaben hinsichtlich des schulischen Unterrichts von Bundesland zu Bundesland variieren. Die unterschiedlichen Lehrpläne verlangen somit stets spezielle Schulbuchausgaben für die einzelnen Länder. Darüber hinaus muss hier ebenfalls hinsichtlich der Schulformen und Jahrgangsstufen differenziert werden. Allein diese Punkte reichen aus, um eine große Zahl unterschiedlicher Schulbücher hervorzubringen.

Große und auch eher kleinere Verlage haben sich im Bereich der Schulbücher in Deutschland etabliert. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang vor allem der Cornelsen Verlag, der Bildungsverlag EINS, der Ernst Klett Verlag sowie die Westermann Verlagsgruppe, die den deutschen Schulbuchmarkt dominieren. Der Fokus aller Schulbuchverlage liegt bei den allgemeinbildenden Schulen, weshalb die länderspezifischen Lehrpläne hier stets das Maß aller Dinge sind.

Gibt es spezielle Verlage für Studienliteratur?

Neben klassischen Schulbuchverlagen gibt es auch Bildungsverlage, die Studienliteratur in den Mittelpunkt stellen. Da im Hochschulwesen keine verbindlichen Lehrpläne existieren und stattdessen das akkreditierte Studienkonzept entscheidend ist, besteht in diesem Bereich eine praktisch unüberschaubare Auswahl an Studienliteratur. Die Welt der wissenschaftlichen Bildungsverlage ist demnach sehr bunt und lässt sich kaum vereinheitlichen. Jeder Dozent hat zuweilen eigene Vorlieben, was die studienbegleitende Literatur betrifft und empfiehlt daher andere Werke, die oftmals als roter Faden für Vorlesungen und Seminare dienen. Nicht selten kommt es vor, dass Professoren eigene Bücher über einen entsprechenden Verlag herausgeben.

Unabhängig davon, ob es sich um eine Pflichtlektüre oder eine freiwillige Auseinandersetzung mit ergänzender Literatur handelt, müssen sich Studierende nicht auf die Angebote deutscher Bildungsverlage beschränken. Spätestens seit der Bologna-Reform und der damit verbundenen Einführung der international anerkannten Bachelor- und Master-Abschlüsse, macht sich die zunehmende Globalisierung auch an den Hochschulen bemerkbar. Englischsprachige Literatur kommt daher längst nicht nur im Anglistikstudium zum Einsatz, sondern in nahezu allen Fächern.

Die etablierten Wissenschaftsverlage halten neben klassischen Lehrbüchern unter anderem auch Skripte, Studien, Schriftenreihen und Lernmittel bereit. Darüber hinaus gehört auch Forschungsliteratur üblicherweise zum Verlagsprogramm, das akademisch geprägt ist. Wer ein Studium absolviert, muss nicht nur die Vorlesungen besuchen, sondern auch viel lesen, so dass die Verlage für Studienliteratur in Bezug auf den Studienerfolg nicht unterschätzt werden dürfen.

Der Fachhochschulen Verlag

Unabhängige Verlagshäuser positionieren sich zuweilen als Spezialisten auf dem Gebiet der Studienliteratur und widmen sich vielfach nur einzelnen Fächern. Ein gutes Beispiel dafür ist unter anderem der Beck Verlag, der Studierenden der Rechtswissenschaften ein Begriff sein dürfte und sich voll und ganz auf den Bereich Jura konzentriert. Darüber hinaus ergänzen einige Fachhochschul-Verlage die vielfältige Verlagslandschaft. Dabei handelt es sich um hauseigene Bildungsverlage einzelner Fachhochschulen, die sich der Veröffentlichung von Publikationen von Professoren und Studierenden der jeweiligen Hochschule verschrieben haben.

Viele etablierte Fachhochschulverlage haben sich im Laufe der Zeit jedoch ebenfalls für andere Autoren geöffnet und sind folglich auch zu Publikationen von Wissenschaftlern anderer Hochschulen bereit. Die Verlage der Fachhochschulen legen im Zuge dessen besonderen Wert auf die angewandten Wissenschaften und geben praxisorientierter Studienliteratur den Vorzug. Dies ist vor allem der besonderen Ausrichtung der Fachhochschulen im Vergleich zu den Universitäten geschuldet.

Die Geschichte des fhl Verlages

Hinter dem fhl Verlag verbarg sich nicht immer der Fachhochschulen Verlag, denn dieser kann auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurückblicken. Im Jahr 2010 begann die Geschichte des ersten fhl Verlages, der sich als Krimi-Verlag positionierte. Die Abkürzung fhl stand dabei für „feine hand lektüre“ und zeugte von dem ausgewählten Programm des Verlagshauses. Dieses war in Leipzig, genauer gesagt im Haus des Buches beheimatet. Neben klassischen Krimis publizierte der damalige fhl Verlag ebenfalls Thriller und machte sich folglich einen Namen auf dem Gebiet der Spannungsliteratur. Im Jahr 2014 rief der fhl Verlag zudem die Edition fhl ins Leben, die sich der Belletristik widmete und unterschiedliche Genres bediente.